Auf einem lang gezogenen Bergkamm südlich der Altstadt Jerusalems, wenige Minuten zu Fuß von den alten Stadtmauern und der Klagemauer entfernt, befindet sich die „Davidstadt“. Hier liegen die Ursprünge Jerusalems und der frühen Geschichte Israels und an dieser Stelle hat einst König David sein Reich gegründet. Es handelt sich um eine der faszinierendsten archäologischen Sehenswürdigkeiten Israels. Besucher aus aller Welt kommen hierher, um aus erster Hand zu erfahren, wo die heilige Stadt dreier Weltreligionen ihren Anfang nahm. Hier ist die biblische Geschichte zum Greifen nahe.
Im Jahre 1004 v.u.Z. wurde Jerusalem, damals eine Jebusiterfestung, von König David erobert. Er machte die Stadt zur vereinten Hauptstadt von Judäa und Israel und durch die Überführung der Bundeslade auch zum neuen Zentrum der sakralen Tradition der israelitischen Stämme. Sein Sohn, König Salomo, errichtete in Jerusalem den Ersten Tempel.
Die Davidstadt ist heute ein eindrucksvoller archäologischer Park, der Aufschluss gibt über die Entstehung der Stadt Jerusalem, über schwierige Zeiten und Kriege, über ihre Propheten und Könige, über das Volk Israel in den entsprechenden Epochen sowie über die inneren und äußeren Kämpfe, die sich in dieser Stadt abspielten. Jeder Fels und Stein legt hier Zeugnis ab über die Entwicklung Jerusalems und die Geschichte ihrer Bewohner. Unzählige antike Tonsplitter säumen die Gehwege. Zu den eindrücklichsten archäologischen Funden der Davidstadt gehören die Überreste ehemaliger Großresidenzen, die von der Wichtigkeit ihrer Bewohner zeugen, der sogenannten Warren-Schacht, ein senkrecht in den Fels gehauener Brunnenschacht, von dem man früher angenommen hatte, dass er dazu benutzt wurde, das darunter liegende Quellwasser des Gichon in die Stadt heraufzuholen, und weiter bergab die Überreste einer von mehreren Türmen, die entlang des Gichon-Flusses zum Schutz des Quellwassers errichtet wurden. An dieser Stelle soll auch Salomo zum König gesalbt worden sein. In den Ruinen der Davidstadt wurden zudem persönliche Stempel biblischer Würdenträger gefunden.
Der bedeutendste archäologische Fund der Davidstadt ist jedoch der vor rund 2500 Jahren von König Hiskia angelegte und als technische Meisterleistung anerkannte Shiloah-Wasserkanal. Der von zwei Seiten gleichzeitig in den Fels getriebene Kanal ist 533 Meter lang und begehbar. Nach einer halbstündigen Wanderung durch das kühle Quellwasser erreicht man den unterirdischen Shiloah-Teich. Die eindrücklichen archäologischen Funde der Davidstadt und ihre Bedeutung für die jüdische Geschichte machen diesen Ort zu einer der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes.
Die Davidstadt im Internet: www.cityofdavid.org.il/index.html